Gesetzliche Grundlage

Was ist soziale Betreuung nach dem Gesetz?

(Anerkennung niedrigschwelliger Betreuungsleistungen gemäß § 45 a-c SGB XI)

Betreuungskräfte gemäß § 87b SGB XI sind besonders für die Alltagsgestaltung, die Begleitung und Betreuung von älteren und demenziell erkrankten Menschen ausgebildet, sie entlasten und unterstützen fachlich und qualifiziert.
Betreuungskräfte stellen Lebensqualität demenziell erkrankter Menschen in den Vordergrund und verbessern sie. Sie helfen ihnen im Alltag und aktivieren diese. Zu den Aufgaben gehören:

Wir fördern die vorhandenen Fähigkeiten durch Beschäftigungsangebote

  • wir haben Zeit zum Zuhören, für Gespräche und zum Vorlesen
  • wir begleiten Biografie- und Erinnerungsarbeit
  • wir bieten gezieltes Gedächtnistraining
  • wir beteiligen uns an Gesellschaftsspielen nach Belieben
  • wir kochen und backen zusammen
  • wir singen und musizieren mit Ihnen

Wir fördern die Bewegung

  • durch Spaziergänge
  • durch Begegnung mit anderen Menschen
  • mit Einkaufsbummeln und Ausflügen
  • beim Besuch von Gottesdiensten
  • bei Konzertbesuchen
  • durch gemeinsames Erleben u. a.

Die Leistungen einer Betreuungskraft werden teilweise von der Pflegeversicherung bezahlt, wenn bei einer Diagnose Demenz festgestellt wird und die Angehörigen einen Anspruch auf Pflegeleistungen aus dem Ergänzungsgesetz § 45b SGB XI haben.
Nach der Novellierung der Pflegeversicherung zum 1. Juli 2008 erhalten pflegebedürftige Menschen, die in ihrer Alltagskompetenz eingeschränkt sind, von der Pflegekasse ein zusätzliches Betreuungsgeld.
Seit dem Jahr 2013 gibt es zudem die Pflegestufe 0 für Demenzerkrankte, das heißt, es wird, auch wenn die notwendige Zeit für Grundpflege nicht erreicht wird, dem Demenzerkrankten ein Pflegegeld zur Verfügung gestellt.

Ab 2015 können 40% der nach §36 SGB XI bzw. §123 SGB XI zustehenden Sachleistungsbeträge auch als niedrigschwellige Betreuung- und Entlastungsangebote in Anspruch genommen werden – und zwar zusätzlich zu den ohnehin bestehenden Ansprüchen von 104 EUR bzw. 208 EURO.

“Niedrigschwellige Entlastungsangebote” dienen der Deckung des Bedarfs an Unterstützung im Haushalt, insbesondere bei der hauswirtschaftlichen Versorgung, bei der Bewältigung von allgemeinen oder pflegebedingten Anforderungen des Alltags oder bei der eigenverantwortlichen Organisation individuell benötigter Hilfeleistungen. Sie tragen dazu bei, Angehörige oder andere Nahestehende in ihrer Eigenschaft als Pflegende zu entlasten.
Den Betreuungsbedarf stellt jeweils der Medizinische Dienst der Krankenkasse fest. Wird dieses Betreuungsgeld für Betreuungskräfte genutzt, können die entsprechenden Betreuungsstunden durch eine zugelassene Betreuungskraft auch ohne Eigenleistung beansprucht werden. Für die Angehörigen ist dies ein „klarer Vorteil“: Sie werden stundenweise entlastet, können mal wieder ihren eigenen
Interessen und Bedürfnissen nachgehen wie zum Beispiel in Ruhe einkaufen, Hobbys und Kontakte pflegen oder Zeit für sich haben.

Leistungen nach SGB XI als niedrigschwelliges Betreuungs- und Entlastungsangebot

Sie erhalten nach der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse einen Hinweis, ob Sie eine Pflegestufe und/oder eine Betreuungsleistung erhalten.

Zur Begutachtung sollte eventuell auf eine Gedächtnisschwäche, Demenz, Einschränkungen der Alltagskompetenz etc. hingewiesen werden.
Wenn die Gewährung einer Pflegestufe nicht erfolgt, aber ein hoher Betreuungs- und Entlastungsbedarf besteht, erhält man die Betreuungsleistung auch ohne Zuerkennung einer Pflegestufe.
Empfänger von Pflegegeld können dieses natürlich für eine Betreuung durch ein niedrigschwelliges Betreuungs- und Entlastungsangebot verwenden.
Das zusätzliche Betreuungsgeld wird nicht direkt an Sie ausgezahlt. Sie können damit ein für Betreuung zugelassenes Unternehmen beauftragen. Eine Liste der zugelassenen Angebote erhalten Sie bei Ihrem Pflegeberater der Krankenkasse. Mein Konzept wurde von der Sozialagentur Sachsen-Anhalt als niedrigschwelliges Betreuungsangebot nach § 45 a-c SGB XI eingestuft und ist zur Abrechnung bei den Pflegekassen anerkannt.
Wir kommen jederzeit gern zu Ihnen nach Hause, um abzusprechen, wie wir Sie unterstützen können.

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